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Filmreihe

Before Your Eyes – Filme von Harun Farocki

23.04., 30.04. und 7.05.2014

Mittwochs, 19 Uhr

23.04.: »Etwas wird sichtbar«
30.04.: »Videogramme einer Revolution«
07.05.: »Aufschub«

An drei Abenden werden im Kunstraum ausgewählte Filme von Harun Farocki gezeigt, die sich auf unterschiedliche Weise mit der Rezeption von Bildern und Medien auseinandersetzen. Farocki unterzieht Fotografien, Filmaufnahmen und Fernsehsendungen seinem kritischen Blick, ohne sie zu verfremden und schafft dabei eine Metaebene, auf der es dem Betrachter überlassen bleibt, über das Gesehene nachzudenken. Der Film Etwas wird sichtbar (1982) erzählt die Liebesgeschichte von Robert und Anna vor Fotografien aus dem Vietnam-Krieg. Über die Dialoge des Paars bettet der Filmemacher hier Überlegungen zum politischen Bild ein, ohne selbst in Erscheinung zu treten: Narration und Bildtheorie verschränken sich. Für Videogramme einer Revolution (1992) kompilierte Farocki gemeinsam mit dem Filmemacher Andrei Ujica Videobilder von der Rumänischen Revolution 1989. Im Sog des Bildstrudels stellt sich die Frage, ob die Revolution als Medienereignis und deshalb durch das Fernsehen überhaupt erst stattfand. Filmmaterial, das nie in diesen Medienkreislauf geraten war, findet sich in Aufschub (2007). Farocki hat für diesen Film Bilder aus dem Archiv geholt, die 1944 in einem Durchgangslager der Nazis in den Niederlanden entstanden waren und die einen vermeintlich harmlosen Alltag des Lagers zeigen. Es entsteht eine Divergenz zwischen der Intention der Bilder und dem, was sie dem heutigen Betrachter sagen.

Der Filmemacher Harun Farocki (*1944) ist bekannt für seine politischen und medienkritischen Arbeiten. Vom Autorenkino kommend, ist er heute auch aus dem Kunstbetrieb nicht mehr wegzudenken. Seine Filme und Installationen sind eine Schule des Sehens, die den Blick des Betrachters verändern. In den vergangenen Jahren war er unter anderem in Einzelschauen im Kunsthaus Bregenz, im Museum Ludwig in Köln und im Museum of Modern Art in New York zu sehen. Derzeit ist er mit einer Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin präsent. Er gilt als Vorbild für viele junge Künstler und Filmemacher. Dies zeigt sich auch in seinem jüngsten Großprojekt Eine Einstellung zur Arbeit | Labour in a Single Shot (http://www.eine-einstellung-zur-arbeit.net).

Kuratiert von Monika Wermuth



​Foto: »Etwas wird sichtbar« © Harun Farocki, 1982
Photo: »Before your Eyes – Vietnam« © Harun Farocki, 1982



Foto: »Videogramme einer Revolution«, Harun Farocki/Andrei Ujica, 1992
Photo: »Videograms of a Revolution«, Harun Farocki/Andrei Ujica, 1992



​Foto: »Aufschub« © Harun Farocki, 2007

Photo: »Respite« © Harun Farocki, 2007