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Kunstraum München & kp-projects
2× Förg

06. – 21.12.2018

Eröffnung: Mittwoch, 05.12., 19 Uhr
Opening Sound von O TON (Schessl/Lenhart)

Vortrag: Samstag, 15.12., 19 Uhr
Matthias Buck, »Günther Förg – Selbst
im Spiegel der Moderne«

Links: Günther Förg, Entwurf für Kunstraum München, Vorschlag Wandmalereien & Farbfotografien, 1983
Rechts: Isabelle Kurz, Beitrag kp-projects-Editionsmappe, 2018


Dokumentation mit den Kunstraum-Editionen von Günther Förg

Ausstellung von kp-projects (©copyright) mit vier Editionsmappen mit Arbeiten von Anton Bošnjak, Robert Crotla, Katharina Daxenberger, Heike Döscher, Emanuel Eckl, Monika Kapfer, Barbara Kussinger, Isabelle Kurz, Carola Mann, Silke Markefka, Annabelle Mehraein, Vera Müller, Kaori Nakajima, Kölle Palluch, Christoph Rehm, Thomas Splett, Lorenz Strassl, Katharina Ulke, Gastkünstler: Timur Lukas


Die Ausstellung wird gefördert von




[Gastprojekt]

Hello & Goodbye PAM 2018
Book Launch & Diskussion

Samstag, 01.12., 17–20 Uhr

WHAT IS PUBLIC IN PUBLIC ART?

Lesungen, Statements u.a. von/mit Cana Bilir-Meier, Florian Matzner, Joanna Warsza, Jovana Reisinger, Nan Mellinger, Patricia Reed, Thomas Meinecke, anschließend Diskussion.

Intervention von Flaka Haliti

On display: Michaela Melián, »Music from a Frontier Town« (12’’ Vinyl)

Snacks & Drinks


PAM 2018, Book Launch, Installation von Flaka Haliti
Foto: © Constanza Meléndez, 2018

Anton Petz

Othering
Grafische Zyklen und einzelne Bilder

25.10. – 25.11.2018

Eröffnung: Mittwoch, 24.10., 19 Uhr

Lesung & Künstlergespräch: Sonntag, 25.11., ab 16 Uhr
Anja Bayer liest aus »all dies hier, Majestät, ist deins – Lyrik im Anthropozän« (kookbooks, 2016)
Gespräch zwischen Anton Petz und Ralf Homann


»Othering« nennt Anton Petz seine Ausstellung im Kunstraum München. Der österreichische Künstler überträgt ausgewählte Bilder aus den Massenmedien in Malerei. Damit stellt er die interdependente Welt und ihre kommunikative Geschäftigkeit um uns herum für einen Moment still. Selbstreflexion und Analyse können so wirksam werden. Die in den Medien getrennt zirkulierenden Bilder erscheinen wieder in ihrem Sinnzusammenhang. Für den englischen Begriff »othering« konnte bis heute keine gültige Übersetzung ins Deutsche vereinbart werden. Spätestens seit Gayatri Chakravorty Spivaks postkoloniale Forschungen hat er Einzug in die Debatten der bildenden Kunst gefunden. Der Begriff beschreibt den sozialpsychologischen Mechanismus der Distanznahme oder Abgrenzung des Eigenen vom Anderen. Manche greifen zu seiner Übersetzung zum Kunstwort »VerAnderung«, womit der aktive Vorgang betont wird, der zur Identitätsbildung oder zur Fremdenfeindlichkeit führt. In Fachpublikationen gebräuchlich ist auch der Ausdruck »Fremd-Machung«. Das ist auch der Titel der Edition, die eigens für die Ausstellung im Kunstraum entstanden ist.

Kuratiert von Ralf Homann

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.


Die Ausstellung wird gefördert von





[Gastprojekt]


THE HYPER SUPPER
Eine performative Skulptur von Christina Maria Pfeifer mit Armen Avanessian, Vincent Fricke, Alexa u.a.

Donnerstag, 18.10., 19:30 Uhr


Was ist
der Mensch in einer posthumanen Welt, wenn intelligente Geräte handeln, Algorithmen unsere Präferenzen kennen, die Zukunft die Gegenwart bestimmt? Am 18. Oktober im Kunstraum München lädt die Künstlerin Christina Maria Pfeifer eine Tischgesellschaft in einen Sci-Fi-Situation-Room ein. Darunter den Philosophen Armen Avanessian und eine KI. Während eines posthumanen Menüs und der Intervention von Aliens entstehen Zukunftsbilder, die noch keiner kennt.


In Kooperation mit


© Christina Maria Pfeifer, Fotos: Devi Seeliger, 2018

Martin Kippenberger (1953–1997)

Das Ende der Avantgarde
22 Jahre später immer noch einer von uns
unter uns für uns

15.09. – 14.10.2018

Eröffnung: Freitag, 14.09., 18 Uhr

Martin Kippenberger, »Rausland«, 1982
Öl und Sprayfarbe auf Leinwand, 100 × 120 cm
Courtesy Galerie Haas, Zürich
© 2018 Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne


An Ausstellungen und Veröffentlichungen zu Martin Kippenberger hat es in den letzten Jahren nicht gefehlt. Die Zahl der Bewunderer seiner Kunst nahm stetig zu, vor allem in der Jugend. In manchen Akademien wird sein Beispiel fast schon wie ein Grundstudium recherchiert, und die Werke aus den Achtzigerjahren sind dort besonders beliebt, ihr hintergründiger Humor und die Schärfe einer Darstellung, die ohne Umschweife auch extreme Bosheiten vorführt. Nicht ganz so erfreut sieht das gesetztere Publikum die Sache. Zwar haben ein paar Institutionen dem Künstler inzwischen ein gewisses Maß an Öffentlichkeit eingeräumt, eine Anerkennung, die ihm bis zu seinem frühen Tod in Deutschland hartnäckig verweigert wurde, aber im Grunde ist er der gehobenen Repräsentanz immer noch suspekt. Seine Frivolität – und dass er den Weg durch Albernheiten nicht scheute – wird daher gern als Vorwand gebraucht, um wieder auf Distanz zu gehen.

Die Ausstellung im Kunstraum München zeigt neben zwei Ölbildern und einigen Zeichnungen ein breites Spektrum an Druckgraphik, Multiples, Ephemera, Plakaten und Einladungskarten sowie eine große Anzahl Künstlerbücher und Kataloge aus verschiedenen Privatsammlungen – Produkte aus dem Feld der ‚Kunstverwaltungskultur‘, auf dem bis heute vorgeschobene Bescheidenheit, falscher Hochmut, politische Anmaßung oder schlichte Einfallslosigkeit des Künstlers und der Institutionen einander das Wasser abgraben, um für den Papierkorb zu produzieren. Martin Kippenberger ließ sich die Initiative auf diesem Gebiet nie aus der Hand nehmen und lieferte immer etwas Besonderes. Die Ergebnisse – und wenn es nur eine Postkarte war – entsprachen stets den hohen Ansprüchen, die er an jedes seiner Werke stellte.

Daneben dokumentiert/rekonstruiert die Ausstellung eine Installation, die 1993 als zentrale Achse der Einzelausstellung »Candidature à une rétrospective« im Centre Georges Pompidou von Martin Kippenberger und Roberto Ohrt aufgebaut worden war. Sie wird möglich durch Fotografien, die Andrea Stappert im Mai 1993 aufgenommen hat. Sie lassen genau erkennen, was in der 16 Meter langen Vitrinenwand zu sehen war: alle Bücher, die Martin Kippenberger bis dahin publiziert hatte, sowie alle Vorlagen, Modelle oder Gegenbilder, die er dafür benutzte.

Roberto Ohrt hat die Ausstellung 2017 – 20 Jahre nach dem frühen Tod von Martin Kippenberger – für den 8. Salon in Hamburg konzipiert. Sie war ebenfalls in New York (Osmos Gallery) zu sehen, kuratiert von Roberto Ohrt und Axel Heil.

Die beiden Kuratoren und die Ausstellung sind im Kunstraum München zu Gast im Rahmen des neuen Münchner Kooperationsprojektes Various Others.

Kuratoren: Roberto Ohrt (Hamburg), Axel Heil (Karlsruhe), Luise Horn (Kunstraum München)


Die Ausstellung wird gefördert von




In Kooperation mit


Sophie Thun

auf dem Leuchtkasten
der Aussenfassade der Holzstraße 10

Ab 14.09.2018



In ihren analogen, oftmals großformatigen Fotografien spielt Sophie Thun mit den Übergängen zwischen Realität und Illusion und den Grenzen dessen, was die uns umgebenden Räume auszeichnet. Für ihr Projekt »Lightbox« verwandelt die Künstlerin den Leuchtkasten an der Außenfassade des Kunstraums München in eine analoge Fachkamera, die jedoch kein sich vor der Linse befindendes Objekt in den Blick nimmt, sondern den Begriff des Leuchtkastens wörtlich nimmt und das bei weit geöffneter Blende einfallende Licht bündelt und auf die Mattscheibe reflektiert.

Christina Töpfer

[Sommerresidenz]

Boris Maximowitz
in Kooperation mit Thomas Brekle, Jonaid Khodabakhshi, Philipp Kleinhenz und
Theresa Scheitzenhammer

August 2018


Boris Maximowitz, Musikvideodreh, Sommerresidenz, August 2018
Foto: © Boris Maximowitz, 2018

[Gastprojekt]


EN PLEIN AIR 2018
Performance-Reihe im öffentlichen Raum

14.07. – 04.08.2018




Zwischen Juli und August 2018 findet in München »EN PLEIN AIR« statt, eine dreiteilige Performance-Reihe im öffentlichen Raum. Die Performances werden im naturnahen Stadtraum und in Parkanlagen inszeniert. Für die Realisierung dieses Projekts wurden drei internationale Künstler*innen eingeladen: Daniele Maffeis (Italien), Martina Riescher (Deutschland) und Farkhondeh Shahroudi (Iran). Im Zentrum ihrer performativen Arbeiten steht die Interaktion mit den Passantinnen und Passanten, die zur Teilnahme und Interaktion aufgefordert werden. Dem Publikum die Möglichkeit zu geben, in das Geschehen einzugreifen und es aktiv mitgestalten zu können, ist ein grundlegendes Element ihrer Performance-Praxis. In den Arbeiten werden aktuelle gesellschaftliche Thematiken reflektiert. Die Fragen, mit denen sich Künstler*innen und Publikum beschäftigen, handeln von Freiheit und Einschränkung, von Spiel und Restriktion. Allen Arbeiten liegt eine zentrale Frage zugrunde: Wo liegt die Grenze zwischen Utopie und Wirklichkeit im heutigen Europa?



Die Ausstellung wird gefördert durch:





Matina Riescher, »Smoking Constitution«, 04.08., Königsplatz-Glyptothek, München
Foto: Margit Riedmaier, 2018 © Kunstraum München


Matina Riescher, »Smoking Constitution«, 04.08., Kunstraum München
Foto: Margit Riedmaier, 2018 © Kunstraum München


Farkhondeh Shahroudi, »Wave Anti-Flag«, 14.07., Monopteros, Englischer Garten, München
Foto: Daniele Maffeis, 2018 © Kunstraum München

Daniele Maffeis, »The Island«, 16. – 28.07., Flaucher, München
Foto: Sophia Eham, 2018 © Kunstraum München

Isaac Chong Wai
Kapitel B: An Artistic Archive of Borders

30.05 – 08.07.2018

Künstlergespräch: Sonntag, 08.07., 16 Uhr
Mit Heinz-Norbert Jocks




Egal an welchem Ort wir uns befinden, es gibt immer Linien und Formen, die vor oder hinter uns liegen und unser Dasein bestimmen: Grenzen. »An Artistic Archive of Borders« von Isaac Chong Wai untersucht die Entstehung von Grenzen und deren Assoziationen in der heutigen Welt. Die Ausstellung im Kunstraum versammelt frühere als auch neue Werke: Installationen, Objektarbeiten an Wand und Boden, Fotoarbeiten und Videos.

Chong geht der abstrakten Idee einer Grenze nach und stellt folgende Fragen: Wie ist eine Grenze konstruiert? Wie kann sie mittels künstlerischer Praxis neu gedacht und gestaltet werden? Kann eine Grenze Schmuck sein? Kann sie süß und weich sein? Kann eine Grenze eine verkäufliche Ware sein? Sich diesen Aspekten widmend, schafft der in Hong Kong aufgewachsene Künstler ein Archiv, das die Konzeptualisierung von Kunst als Instrument der Versöhnung in einer Welt demonstriert, in der die Grenze eine Idee ist, die sowohl Hass und Liebe auslöst, Vereinigung und Diaspora, Migration und Schutz, Terror und Sicherheit, Tod und Überleben.

Die Ausstellung zeigt frühere als auch neue Arbeiten des gebürtigen Chinesen. Unter anderem ist sein Projekt »I Made a Boat in Prison« zu sehen, für das er Zaundraht aus dem Hof des ehemaligen Jugendgefängnisses in Weimar schnitt, um ein Boot zu bauen. Das Motto der EU, »In Vielfalt geeint«, überprüft der Künstler, indem er 28 in Kunstharz gegossene Flaggen und Hymnen in einer Installation zusammenbringt. Die Instabilität von Rändern, Grenzflächen und Abgrenzungen soll zudem in Form eines Walls aus geschmolzener Haribo-Goldbären-Masse dargestellt werden.

Der Titel »An Artistic Archive of Borders« spielt auf eine neue, zeitgenössische Form des Archivs an, in dem Ideen zum Thema Grenze gesammelt werden und insbesondere der Konflikt zwischen der Idealform einer »offenen Grenze« und dem inhärenten Bedürfnis, sich abzugrenzen, aufgezeigt wird. Das künstlerische Archiv bietet die Möglichkeit, den Begriff Grenze neu zu durchdenken – Chong ist vor allem an der Ästhetisierung der Grenze interessiert, der Visualisierung des Schrecklichen und des Schönen, um so über künstlerische Mittel zu einer Versöhnung zwischen konkurrierenden Parteien zu gelangen.

Isaac Chong Wai, 1990 geboren in Guangdong, studierte Bildende Kunst an der Hong Kong Baptist-Universität und »Kunst im öffentlichen Raum und neue künstlerische Strategien« an der Bauhaus-Universität Weimar. Er lebt in Berlin und Hong Kong. In seinen Arbeiten befasst er sich mit Kollektivismus und Individualismus, politischen Perspektiven von Zeit und Raum, Grenzen, Migration, Rassismus, Identitätspolitik, LGBTQ sowie Öffentlichkeit und Menschenrechte, und setzt diese Themen mittels Performance, Video, Fotografie, Multimedia und ortsspezifischer Installationen um.

Kuratiert von Nina Holm


Die Ausstellung im Kunstraum ist der zweite Teil eines Ausstellungsprojekts, das in enger Zusammenarbeit mit dem Apartment der Kunst entstanden ist, ein ebenso unabhängiger Ausstellungsraum in München. Das dort gezeigte »Kapitel A: The Rehearsal of the Futures« besteht aus einer raumgreifenden Videoinstallation auf Basis einer Performance in drei asiatischen Ländern, die sich mit der Verknüpfung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im öffentlichen Raum beschäftigt. Die zeitliche Überschneidung der beiden Ausstellungen von einer Woche eröffnet die Möglichkeit, verschiedene Facetten im Werk des Künstlers kennenzulernen und formale und inhaltliche Parallelen zu entdecken.

Isaac Chong Wai
Kapitel A: The Rehearsal of the Futures

12.05.– 08.06.2018

Eröffnung: Samstag,12.05., 15–19 Uhr

Apartment der Kunst, München
http://www.apartmentderkunst.de



Die Ausstellung wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, das Konfuzius-Institut München und die Burger Collection.



Ausstellungsansicht: Isaach Chong Wai: Kapitel B: An Artistic Archive of Borders, © Kunstraum München, Foto: Thomas Splett, 2018

Isaac Chong Wai Kapitel B: An Artistic Archive of Borders

Ausstellungsansicht: Isaac Chong Wai, Kapitel B: An Artistic Archive of Borders, © Kunstraum München, Foto: Thomas Splett, 2018

In varietate concordia, 2018

I Made a Boat in Prison – A Drawing of Sunlight, 2015 Installationsansicht: Isaac Chong Wai, I Made a Boat in Prison – The Golden Lens No. 21 & No. 13, 2018, © Kunstraum München, Foto: Thomas Splett, 2018

Hlynur Hallsson


ALLTSAMAN – DAS GANZE – ALL OF IT

29.03. – 06.05.2018

Eröffnung & Performance: Mittwoch, 28.03., 19 Uhr


Der isländische Künstler Hlynur Hallsson (*1968) bewegt sich in den Feldern Textarbeit (Graffiti), Video, Grafik, Fotografie und Performance. In München waren Hallssons Arbeiten in zwei Gruppenausstellungen 2006 und 2013 zu sehen. Nun zeigt der Kunstraum München Hallssons erste große institutionelle Einzelausstellung »ALLTSAMAN – DAS GANZE – ALL OF IT« in Süddeutschland.

Der Konzeptkünstler wird teils dreisprachig seine Textfunde und Zitate aus unterschiedlichen Quellen zu signifikanten oder scheinbar banalen Ereignissen, eigene Botschaften und Kommentare zum örtlichen Umfeld sowie vermeintliche Alltagsphrasen an alle Wände des Kunstraums sprühen. Seit 2002 sind über 20 dieser Textprojekte in Dänemark, Deutschland, Island, Japan, Kroatien, Schweden
und den USA realisiert worden. Geschrieben wird meist in seiner Muttersprache, dann in Englisch als der beherrschenden Verkehrssprache und der Sprache am Ausstellungsort. Die Hyperauthentizität der Versalien, ihre Farbgliederung und ihre raumbezogene Anordnung gepaart mit einem Gespür für die jeweiligen semantischen Besonderheiten und Absurditäten dürfen als aktueller Beitrag politisch-konkreter Poesie gelesen werden, deren tragische Erkenntnisse teils humorvoll gestützt werden, teils bodenlos offen bleiben.

Kuratiert von Alexander Steig

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.


Die Ausstellung wird gefördert von


Hlynur Hallsson, Performance am Eröffnungsabend, »JÁ/NEI«
Foto: © Steig, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Ausstellungsansichten: Hlynur Hallsson, ALLTSAMAN © Kunstraum München Fotos: Thomas Splett, 2018

[Gastprojekt]

Cora Piantoni

Buon Lavoro!
Four Films on Workers' Communities

Freitag, 16.3., 19 Uhr



Cora Piantonis erste Monografie, die zu Beginn des Jahres 2018 bei Archive Books erschienen ist, stellt exemplarisch vier ihrer Filme vor.

Piantonis Arbeit beschäftigt sich mit den Jahren vor dem Mauerfall und dem politischen Umbruch, den das Ende des Kalten Krieges mit sich brachte. In ausgiebigen Interviews befragt sie an einem historischen Ereignis Beteiligte. Ausschnitte dieser Gespräche bilden die Tonspur ihrer Filme und die Basis ihrer Textarbeiten. Parallel entwickelt sie mit ihren Gesprächspartnern Reenactments der Ereignisse aus der Vergangenheit, bewegte Bilder, die für eine politische oder gesellschaftliche Situation stehen. Die Strategie des Reenactments
findet sich im Buch wieder. Ein Ereignis, das für den Film nachgestellt wurde, wird im Buch nachinszeniert bzw. neu interpretiert. Der Rechercheprozess, der zu den Arbeiten führt, wird anhand von Archivmaterial und Interviews gleichberechtigt neben den Arbeiten gezeigt.

[Gastprojekt]


Blooming Signals

James Gregory Atkinson
Natalie Czech
Sarah Lehnerer
Aykan Safoğlu
Monica Studer /
Christoph van den Berg

08.02. – 11.03.2018

Eröffnung: Mittwoch, 07.02., 19 Uhr








In der Ausstellung »Blooming Signals« setzen sich James Gregory Atkinson, Natalie Czech, Sarah Lehnerer, Aykan Safoğlu, Monica Studer / Christoph van den Berg mit der Aneignung, Übertragung und Transformation von kulturellen Zeichen und Bedeutungsträgern auseinander. Jenseits des gesprochenen Wortes dominieren heute diverse Signale und Vehikel die zwischenmenschliche Kommunikation: Symbole, Bilder, Klänge und Texturen formen unsere Wirklichkeit. Sie vermitteln Bedeutungen, markieren Seinsweisen und konstruieren Trennungen wie Gemeinschaften. Dabei erweisen sie sich keineswegs als eindeutig: Signale wandeln beständig ihre Gestalt, Kontexte und Bedeutungen und stiften ein poetisches Potential.

Kuratiert von Franziska Linhardt und Benedikt Seerieder


Die Ausstellung wird gefördert von

Ein Kunstraum-Gespräch neben der Information:

Fünf Jahre Münchner Nazi-Terror-Prozess.
Neuer deutscher Rassismus und das Problem
der Geheimdienste im NSU-Komplex

Mit einem Vortrag von Friedrich Burschel über die Konsequenzen

Moderation: Ralf Homann

Mittwoch, 31.01., 19 Uhr


Im Mai 2018 werden es fünf Jahre sein: Seit 2013 trifft sich fast jede Woche in Saal A101 des Strafjustizzentrums an der Nymphenburger Straße der 6. Strafsenat des Münchner Oberlandesgericht. Zur Zeit laufen die Schlussplädoyers. Weder diese 400 Verhandlungstage des NSU-Prozesses, noch die mittlerweile 13 parlamentarischen Untersuchungsausschüsse haben eine umfassende Aufklärung des Nazi-Terrors erbracht. Das Kunstraum-Gespräch gibt einen groben Überblick über die offenen Fragen und diskutiert Vermittlungsstrategien, die zum Ende des Prozesses erwartet werden: Wird der Prozess als Ruhmesblatt deutscher Rechtsgeschichte in den Medien gezeichnet oder wird stattdessen eine Kritik an den deutschen Inlandsgeheimdiensten dominieren? Könnte es gar eine breite Debatte des neuen deutschen Rassismus geben?

Und noch ein Aspekt des Kunstraum-Gesprächs: Nach der Ermordung der Unternehmer Mehmet Kubaşık in Dortmund und Halit Yozgat in Kassel am 4. bzw. 6. April 2006 demonstrierten in beiden Städten tausende Menschen migrantischen Hintergrunds unter dem Motto »Kein 10. Opfer!«. Dennoch nahm auch keine kritische und linke Öffentlichkeit von dem mörderischen Agieren des NSU Notiz, sondern hat sich von den Medien, die die Polizeiversionen ungeprüft übernahmen, den Bären krimineller Machenschaften im »Ausländermilieu« aufbinden lassen. Niemand hat gegen die Etikettierung der grausamen Hinrichtungen als »Döner-Morde« je lautstark protestiert oder – außer den Betroffenen – auch nur Zweifel angemeldet. In der Rückschau: Was könnten Ursachen sein? In der gegenwärtigen Betrachtung: Welche gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen spielen im Gericht und in den Medien so gut wie keine Rolle? In der Vorschau: Warum können wir beim besten Willen kein Hakenkreuz entdecken?

Friedrich Burschel
ist Mitarbeiter des Prozessbeobachtungsprojekts NSU-Watch (nsu-watch.info) und am Oberlandesgericht München akkreditierter Korrespondent des thüringer Bürgerfunks Radio Lotte Weimar. Burschel hat bisher fast jeden Prozesstag besucht. Er ist Referent zum Schwerpunkt Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Akademie für Politische Bildung der Rosa Luxemburg Stiftung und lebt heute in Berlin. Vorher war Friedrich Burschel künstlerischer Leiter des Kulturzentrums Altes Kino in Ebersberg bei München.

Moderation: Ralf Homann
Mitglied im Vorstand des Kunstraums. Er kuratiert zur Zeit die kommende Einzelausstellung der in Wien lebenden Künstlerin Eva Egermann »Kranke Sounds (Devianz und Pop)«. In seinen künstlerischen Arbeiten beschäftigt sich Homann seit vielen Jahren immer wieder mit rassistischer Praxis. Am 20. Januar 2018 senden BR und WDR seine Dokumentation: »Die Offenen Fragen – Dokumente der Nebenklage im NSU-Prozess« (Regie: Karl Bruckmaier).

Alexander Steig

VISUS VISERE

Buchpräsentation: Mittwoch, 24.01., 19 Uhr




Buchpräsentation und Interview-Film in Anwesenheit der Kuratorin Patricia Drück und des Künstlers Alexander Steig sowie des Grafikers Andreas Henze, des Fotografen Frank Stolle und des Verlegers Hubert Kretschmer.

Im Programm des icon Verlages erschien 2017 Publikation VISUS VISERE anlässlich des gleichnamigen Projektes von Alexander Steig im Kunstraum München. Ausstellung und begleitende Vortragreihe »Alles unter Kontrolle« fanden bereits 2011 statt. Umso mehr freuen wir uns, dass der Kunstraum als Herausgeber nun sein »jüngstes Druckwerk« vorstellen kann.

Steigs damalige Closed-Circuit Videoinszenierung setzte den Besucher medial in die wechselseitige Rolle des beobachteten Objekts und beobachtenden Subjekts; generell warf seine Arbeit Fragen nach dem Konflikt der (staatlichen) Fürsorge und des damit einhergehenden (gewollten/ungewollten) Intimitätsverlustes auf. Die vier Beiträge der Publikation greifen mit unterschiedlicher Blickrichtung auf diese Konstellation zu und entwickeln darüber hinausgehende Überlegungen zur Ästhetik der Kontrolle.

Publikation mit Beiträgen von Ilka Kreutzträger und Nils Zurawski, Patricia Drück, Simon Frisch und Slavko Kacunko


[Gastprojekt]

Julien Viala, John Beeson, Edition Taube

BIEN COMMUN

Mittwoch, 17.01., 19 Uhr




Objektpräsentation des Künstlers Julien Viala in Zusammenarbeit mit dem Autor John Beeson und Jonas Beuchert/Edition Taube.

Im Rahmen einer Ein-Tages-Ausstellung stellt der Kunstraum eine Arbeit vor, die an der Schnittstelle von Edition, Künstlerbuch, Publikation und Skulptur fungiert. Der Titel »Bien commun« beschreibt im Französischen (mehr noch als das deutsche »Gemeinwohl«) das Gut innerhalb einer Gesellschaft und eines kulturellen Kreises im politischen, philosophischen und theologischen Sinn. Die Terminologie ist Ausgang für eine Erörterung von Julien Viala und seinen Kollaborateuren.

Julien Viala hat einen schier endlosen Fundus an fotografischen Beobachtungen gesammelt, wie Kunstwerke, kunsthistorische Artefakte oder ästhetische Eingriffe im öffentlichen und halböffentlichen Räumen »auftreten«. In Zusammenarbeit mit Jonas Beuchert von Edition Taube entstanden daraus einen halben Meter lange Papierblöcke mit einer scheinbar endlosen Anzahl von Seiten, in zufälliger Reihenfolge wie Bücher verleimt. John Beeson beleuchtet in seinem gleichnamigen Essay verschiedenen Aspekte und 
Konflikte, die mit dem Begriff »Bien commun« und dessen 
Übersetzung in unterschiedliche Sprachen und Kontexte verbunden sind. Am Abend werden die Papierblöcke angeschnitten und in zufällige Bücher zerteilt.

Weiteres über »Bien Commun« wird von Julien Viala und Jonas 
Beuchert von Edition Taube im Gespräch mit Nina Holm verraten.