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Frauke Zabel: Realitätstheater - Rehearsal
Abschluss der Sommerresidenz im Kunstraum München

30. August, 19 Uhr

Wie schon in den letzten Jahren stellt der Kunstraum seine Räume KünstlerInnen im ausstellungsfreien August zur Verfügung. Die Kunstraum Sommerresidenz soll Platz bieten, um in aller Ruhe zu arbeiten oder zu proben.

Frauke Zabel ist Absolventin der AdbK München und hat sich in mehreren Auslandsaufenthalten mit der Geschichte und Politik Brasiliens auseinandergesetzt. Im Kunstraum wird sie die Performance Realitätstheater - São Paulo/München vorbereiten. Ergebnisse und Eindrücke dieses Rehearsals werden am Freitag, 30. August, um 19 Uhr im Kunstraum präsentiert.
Während der brasilianischen Militärdiktatur 1964 bis 1985 war das Theater der zentrale Ort des Widerstandes. Zabel untersucht die gesellschaftlichen Bedingungen der Unterdrückung und die ästhetischen wie politischen Strategien und Praktiken des damaligen Widerstandes. Kolonialismus, öffentlicher Raum in Zeiten der Repression, Illusionsraum Theater, die Arbeiten Augusto Boals - vielfältige Themen fließen in das Projekt ein. Darüber hinaus zieht sie Parallelen zur heutigen Situation in Brasilien, ohne dabei ihre eigene Rolle als europäische Beobachterin und Künstlerin zu unterschlagen, die in engem Austausch mit brasilianischen KünstlerInnen und AktivistInnen steht.

Uraufführung ist am 23. und 27. September im Neuen Rathaus.

En Plein Air 2019

Performance-Reihe im öffentlichen Raum präsentiert:
state of the wind
Lerato Shadi & Justin Randolph Thompson
Samstag, 20.7.2019, 18 Uhr
München, Olympiapark
, Treffpunkt: gegenüber SEA LIFE (Aquarium)

Ein Gastprojekt des Kunstraum München in Kooperation mit der Villa Romana, Florenz

www.enpleinair.de

Kuratiert von Emily Barsi und Angelika Stepken.

Bereits letzten Sommer hat der Kunstraum das Gastprojekt EN PLEIN AIR präsentiert: eine Reihe von Performances internationaler Künstler/innen in deren Mittelpunkt die Interaktion mit Passanten stand.

Die Performances werden im naturnahen Stadtraum und in Parkanlagen inszeniert. Dem Publikum die Möglichkeit zu geben, in das Geschehen einzugreifen und es aktiv mitzugestalten, ist ein grundlegendes Element ihrer Performance-Praxis.

Die nächste in dieser Reihe fortgesetzte Performance wird wieder von unserem Vorstandsmitglied Emily Barsi kuratiert, diesmal in Zusammenarbeit mit der Leiterin der Villa Romana in Florenz, Angelika Stepken.

Die Performance-Reihe En Plein Air legt im Sommer 2019 den Fokus auf zwei KünstlerInnen, die sich mit den Konsequenzen weißer kolonialer Politik, Ökonomie und Geschichtsschreibung aus afrikanischer bzw. afroamerikanischer Perspektive beschäftigen; Lerato Shadi, Villa-Romana-Preisträgerin von 2018, und Justin Randolph Thompson.


screenshot: https://www.youtube.com/watch?v=ncf9v8UyxaA

Erstmals haben sich der in Florenz lebende afroamerikanische Künstler Justin Randolph Thompson und die in Berlin lebende südafrikanische Künstlerin Lerato Shadi zu einer gemeinsamen Performance verabredet. Die Arbeit von beiden ist geprägt von der Erfahrung der Blackness in Geschichte und Gegenwart.

Ihre gemeinsame Performance in München – state of the wind – ist eine vom Betrachter generierte Arbeit, die Präsenz als Protest und die Fragilität nationalistischen Eigentums in sich vereint. Ausgehend von der Geschichte der Olympischen Spiele und der Reibung zwischen Demonstration und Widerstand nutzt die Arbeit den hierarchischen Rahmen des Siegerpodests, um über soziale und spirituelle Höhen nachzudenken. Sound wird zu einem Marker bei der Performance oder Nicht-Performance der Künstler. Er ermöglicht eine Meditation über die
Arbeit der Performance und die gesellschaftliche Hyperkontextualität des schwarzen Körpers.

Justin Randolph Thompson, Bildhauer, Medienkünstler und Musiker, untersucht die Bedeutung kultureller Relikte und deren Transformation durch Vertreibung und Diaspora. Mit seiner oft kollaborativen und interdisziplinären Praxis schafft er Plattformen und Gemeinschaften als temporäre Monumente. Mit hybriden, nicht-linearen Verbindungen zwischen Geschichte und Gegenwart untersucht er soziokulturelle Schichtenbildungen und hierarchische Organisation. Justin Randolph Thompson ist Mitgründer des Black History Month Florence.

In ihren Werken stellt Lerato Shadi, 1979 in Mahikeng, Südafrika geboren, die Jahrhunderte alte Geschichte von Gewalt, Verachtung und Entrechtung dar. Sie thematisiert in ihren Videos, Performances und Installationen den Black Feminism. Shadi lebt in Johannesburg und
Berlin.

Foto:@Silvia Cecchi



Fotos:@Silvia Cecchi

Otto Neurath. 5 Aktivierungen
6. Juni bis 28. Juli 2019

Otto Neurath ist heute vor allem für die Wiener Methode der Bildstatistik, die auch als Isotype bezeichnet wird, bekannt. Dass er ab März 1919 im postrevolutionären München als Leiter des Zentralwirtschaftsamtes die Vollsozialisierung Bayerns durchführen wollte, zählt hingegen zu den eher unbeachteten Aspekten seiner Vita. Der dokumentarische Teil der Ausstellung untersucht den Zusammenhang zwischen Planwirtschaft und Piktogramm, und widmet sich außerdem Neuraths Kontakten zu Künstlern der Revolutionszeit.

Zudem sind in 5 parallel stattfindenden, sich akkumulierenden „Aktivierungen“ künstlerische Arbeiten zu sehen, die sich mit dem Werk Neuraths auseinandersetzen.

Aktivierung 1: Zur Utopie des Designs
Ausstellungsdisplay von Rasso Rottenfußer

Aktivierung 2: Zur Utopie des Diagrammatischen
Wandarbeit von Minna Henriksson

Aktivierung 3: Zur Utopie der Aufklärung
Harun Farocki: Zwischen zwei Kriegen

Aktivierung 4: Zur Utopie der Abstraktion.
Gruppenausstellung, ab 10.7.

Abstraktion und Gegenständlichkeit werden in der Kunst meist als oppositionelle Prinzipien aufgefasst. Die vierte Aktivierung der Ausstellung zu Otto Neurath versucht unter dem Titel „Zur Utopie der Abstraktion“ zu zeigen, dass dieser Gegensatz zumindest für die Zeit um 1918/19 nicht greift, sondern dass das – gegenständliche – Piktogramm und das – abstrakte – Zeichen gleichberechtigt nebeneinander standen. Gegenständlich und abstrakt arbeitende Künstler und Künstlerinnen konnten sich (und dies nicht nur im postrevolutionären München) beide gleichermaßen in den Dienst des neuen sozialistischen Staates stellen, denn beide begriffen sich als politisch. Erst nach 1945 etablierte sich die Vorstellung von einer von direkten politischen Botschaften freien Abstraktion des freien Westens auf der einen und einer politisch gebundenen gegenständlichen Bildsprache des sozialistischen Realismus auf der anderen Seite.

„Gruppenausstellung“ thematisiert diesen Aspekt einer gemeinsamen Gesellschaftsvision ebenso wie das Aufgehen des Künstlerindividuums in anonymer Bildproduktion.



KOMMENDE UND LETZTE AKTIVIERUNG

Aktivierung 5: Zur Utopie politischer Kunst, Studientag, 27.7.

PROGRAMM

10.00 bis 10.45 Daniela Stöppel: Zur Utopie politischer Kunst. Otto Neurath als „Gestalter“?

10.45 bis 11.30 Neven Denhauser: Die Holzschnittmappe „Lebendige“ von F. W. Seiwert, Angelika
Hoerle, Anton Räderscheidt und Peter Abelen. Politische Kunst 1919 und die
Verbindungen der Kölner Progressiven nach München

11.30 bis 12.15 Rudolf Herz: Wer lichtet wen ab? Und was macht er dann damit? Zur
Porträtfotografie der Münchner Revolution 1918/19

12.15 bis 13.30 Mittagspause

13.30 bis 14.15 Nisaar Ulama: Metaphysik trennt, Bilder verbinden. Zur politischen Philosophie des
Wiener Kreises

14.15 bis 15.00 Berthold Reiß: Das Besondere

15.00 bis 15.15 Kaffeepause

15.15 bis 16.00 Lena Tilk: Abstraktion und Gegenständlichkeit

16.00 bis 16.30 Abschlussgespräch und Ausklang


Kuratiert von Daniela Stöppel und Studierenden
des Instituts für Kunstgeschichte der LMU.

Ausstellung und Katalog werden gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, Herzog Franz von Bayern, den Freundeskreis des Instituts für Kunstgeschichte der LMU, dem Department Kunstwissenschaften der LMU und deepblue exposervice GmbH.

SUPPLICA PER UN'APPENDICE
Eine Kooperation des Kunstraum München und der Villa Romana, Florenz

Ketty La Rocca, Jeewi Lee, Anna Möller, Lerato Shadi, Eske Schlüters
11.04. – 12.05.2019

Eröffnung:
10.04.2019, 19Uhr

Ein Projekt von Angelika Stepken (Villa Romana, Florenz)
Kuratiert von Angelika Stepken und Emily Barsi

Appendice per una supplica, 1971
Emulgierte Leinwand, 61 × 9,7 cm

Please find englisch Version below

1972 zeigte die Künstlerin Ketty La Rocca auf der Biennale in Venedig den tonlosen schwarz-weißen Videofilm „Appendice per una supplica“ (Anhang für eine Bittschrift): er zeigt Hände in einfachen Gesten, ausgestreckt, ineinander greifend, als Faust, umzingelt von anderen Händen, die Finger abzählend.

40 Jahre später widmete das Künstlerhaus Villa Romana in Florenz die Ausstellung „Supplica per un’appendice“ Ketty La Rocca und zeigte ihre Arbeiten gemeinsam mit solchen junger zeitgenössischer KünstlerInnen. Die 1976 in Florenz verstorbene Ketty La Rocca ist bis heute ein „artists’ artist“. Ihr Oeuvre, das in der kurzen Zeitspanne zwischen 1964 und 1976 entstand, wurde posthum kaum umfassend rezipiert. Es umfasst Collagen, Skulpturen, Fotografien, Videofilme, Performances, Zeichnungen und Texte und kreist stets um die Differenz von Zeichen und Körper, Aneignung und Übertragung, Macht und Widerstand in dem Verlangen nach einer „anderen“ Sprache, die dem Nicht-Identischen Form gibt.

Im Kunstraum München zeigen sich ihre Werke nun in einem aktualisierten Kontext: vier Villa Romana-Preisträgerinnen aus den Jahren 2012 und 2018 widmen Ketty La Rocca Arbeiten. Aus unterschiedlichen Perspektiven zielen sie auf den Kern künstlerischer Produktivität: die Spanne zwischen Repräsentation und Kommunikation, Sprache und Körper, Identität und Abweichung.

Anna Möller (1980) operiert in ihrer künstlerischen Arbeit mit Strategien des Entzugs von Sichtbarkeit, mit körperlichen Gesten und Verstellungen. Eske Schlüters (1970) verschleift Leerstellen filmischer Narration, um die Differenz zwischen den Bildern als uneingenommene Zone zu evozieren. Jeewi Lee (1987) beschäftigt sich mit der Materialität von Spuren und ihrer Spannung zwischen Anwesendem und Abwesendem. In Lerato Shadi’s Arbeiten (1979) geht es um die, die keine Spuren hinterliessen, um ausgelöschte Lebenswege, um Black Feminism.

Anlässlich der Ausstellung werden zwei Publikationen zu Ketty La Rocca vorgestellt:
Das von Anna Möller initiierte und
gestaltete Buch „SUPPLICA PER UN’ APPENDICE“ enthält - in unterschiedlichen deutschen Übersetzungen - Texte von Ketty La Rocca sowie Beiträge der Philosophin und Filmemacherin Eva Meyer und des Künstlers Josef Strau. Die 2018 von Angelika Stepken herausgegebene erste englischsprachige Monografie „you Ketty La Rocca works and writings 1964 – 1976“ dokumentiert das künstlerische Gesamtwerk, enthält zahlreiche Texte Ketty La Rocca’s sowie Beiträge von Emi Fontana, Pier Luigi Tazzi und Angelika Stepken.

Wir danken The Ketty La Rocca Estate für die großzügige Kooperation.




Die Ausstellung wird gefördert von


Philipp Messner

Darkness loves to hide
21.02. – 24.03.2019

Eröffnung: Mittwoch, 20.02.2019, 19 Uhr

Künstlergespräch
mit Dr. Eva Kraus (Neues Museum Nürnberg)
Sonntag, 17.03., 15 Uhr

Kuratiert von Alexander Steig


Unter dem Titel “Darkness loves to hide” inszeniert Philipp Messner
für den Kunstraum München erstmalig eine Auswahl seiner Magnetarbeiten
(Objekte und Bilder). Der Bildhauer sucht und nutzt die unterschiedlichsten
Werkstoffe, um seine Fragen aber auch Feststellungen zu Themen wie dem
Wandel des Individualitätsbegriffs zu Beginn des digitalen Zeitalters (Stichwort:
Kontrolle), der menschengemachten Veränderung seiner Umwelt (Stichwort:
Anthropozän) oder der Brüchigkeit politischer Systeme (Stichwort: Populismus)
eine adäquate, meist abstrakte Form zu geben. Diese Form kann transitorisch und
fluid sein, wie seine Arbeiten mit künstlichem und koloriertem Schnee zeigen,
sie kann in feste Strukturen eindringen, wie seine Einfärbungsproben von Gips
und Marmor erkennen lassen oder sie kann monochrom-morphologisch die Gestalt
vertrauter Gegenstände überziehen, wie seine Werkgruppe der Magnetarbeiten seit
2008 verdeutlicht. Diese letzte Gruppe umfasst verschiedene Fundobjekte wie
Äste, Steine, Kisten, Lampen, Papier usw., die mit einem magnetisierten Material
umhüllt oder partiell bedeckt werden und auf die Eisenpulver aufgebracht wird.
Durch die magnetische Kraft wird der Eisenstaub an das Trägerobjekt gebunden,
wobei die Anordnung und Ausrichtung der Späne das Kraftfeld vornimmt.

Das Phänomen des Magnetismus selbst, der Effekt unsichtbarer
Kräfte, wird von Messner genutzt, ohne den Reiz dieser Wirkweise zu
strapazieren. So changieren die Skulpturen im Bereich des Ungefähren und werden
zu etwas Neuem: Der mit Eisenpulver überzogene Holzscheit wird in einen dritten
Zustand überführt und öffnet sich dadurch ganz unterschiedlichen Lesarten von
Natur und Technik, vereint er doch materiell beides, ergänzt um die Handlung
des Produzenten Messner, die dort endet, wo das Material seiner physikalischen
Bestimmung folgt.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.


PODCAST Kunst & Radio
10.01. – 10.02.2019

Eröffnung:
09.01.2019, 19 Uhr

Mathias R. Zausinger
Manuela Unverdorben
Annemarie Thiede
Valerie Tevere
Hemant Sreekumar
Sasker Scheerder
Tom Roe
Angel Nevarez
Lorenz Mayr
Mareike Maage
Tetsuo Kogawa
Galen Joseph-Hunter
free103point9
u.a.

Performance: Hemant Sreekumar (Bangalore)
Mittwoch, 16.01., 19 Uhr

Talk: Diana McCarty (reboot_fm, Berlin)
Mittwoch, 23.01., 19 Uhr

Listening Circle
Mittwoch, 06.02., 19 Uhr

kuratiert von
Ralf Homann