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SUPPLICA PER UN'APPENDICE
Eine Kooperation des Kunstraum München und der Villa Romana, Florenz

Ketty La Rocca, Jeewi Lee, Anna Möller, Lerato Shadi, Eske Schlüters
11.04. – 12.05.2019

Eröffnung:
10.04.2019, 19Uhr

Ein Projekt von Angelika Stepken (Villa Romana, Florenz)
Kuratiert von Angelika Stepken und Emily Barsi

Appendice per una supplica, 1971
Emulgierte Leinwand, 61 × 9,7 cm

Please find englisch Version below

1972 zeigte die Künstlerin Ketty La Rocca auf der Biennale in Venedig den tonlosen schwarz-weißen Videofilm „Appendice per una supplica“ (Anhang für eine Bittschrift): er zeigt Hände in einfachen Gesten, ausgestreckt, ineinander greifend, als Faust, umzingelt von anderen Händen, die Finger abzählend.

40 Jahre später widmete das Künstlerhaus Villa Romana in Florenz die Ausstellung „Supplica per un’appendice“ Ketty La Rocca und zeigte ihre Arbeiten gemeinsam mit solchen junger zeitgenössischer KünstlerInnen. Die 1976 in Florenz verstorbene Ketty La Rocca ist bis heute ein „artists’ artist“. Ihr Oeuvre, das in der kurzen Zeitspanne zwischen 1964 und 1976 entstand, wurde posthum kaum umfassend rezipiert. Es umfasst Collagen, Skulpturen, Fotografien, Videofilme, Performances, Zeichnungen und Texte und kreist stets um die Differenz von Zeichen und Körper, Aneignung und Übertragung, Macht und Widerstand in dem Verlangen nach einer „anderen“ Sprache, die dem Nicht-Identischen Form gibt.

Im Kunstraum München zeigen sich ihre Werke nun in einem aktualisierten Kontext: vier Villa Romana-Preisträgerinnen aus den Jahren 2012 und 2018 widmen Ketty La Rocca Arbeiten. Aus unterschiedlichen Perspektiven zielen sie auf den Kern künstlerischer Produktivität: die Spanne zwischen Repräsentation und Kommunikation, Sprache und Körper, Identität und Abweichung.

Anna Möller (1980) operiert in ihrer künstlerischen Arbeit mit Strategien des Entzugs von Sichtbarkeit, mit körperlichen Gesten und Verstellungen. Eske Schlüters (1970) verschleift Leerstellen filmischer Narration, um die Differenz zwischen den Bildern als uneingenommene Zone zu evozieren. Jeewi Lee (1987) beschäftigt sich mit der Materialität von Spuren und ihrer Spannung zwischen Anwesendem und Abwesendem. In Lerato Shadi’s Arbeiten (1979) geht es um die, die keine Spuren hinterliessen, um ausgelöschte Lebenswege, um Black Feminism.

Anlässlich der Ausstellung werden zwei Publikationen zu Ketty La Rocca vorgestellt:
Das von Anna Möller initiierte und
gestaltete Buch „SUPPLICA PER UN’ APPENDICE“ enthält - in unterschiedlichen deutschen Übersetzungen - Texte von Ketty La Rocca sowie Beiträge der Philosophin und Filmemacherin Eva Meyer und des Künstlers Josef Strau. Die 2018 von Angelika Stepken herausgegebene erste englischsprachige Monografie „you Ketty La Rocca works and writings 1964 – 1976“ dokumentiert das künstlerische Gesamtwerk, enthält zahlreiche Texte Ketty La Rocca’s sowie Beiträge von Emi Fontana, Pier Luigi Tazzi und Angelika Stepken.

Wir danken The Ketty La Rocca Estate für die großzügige Kooperation.




Die Ausstellung wird gefördert von


Philipp Messner

Darkness loves to hide
21.02. – 24.03.2019

Eröffnung: Mittwoch, 20.02.2019, 19 Uhr

Künstlergespräch
mit Dr. Eva Kraus (Neues Museum Nürnberg)
Sonntag, 17.03., 15 Uhr

Kuratiert von Alexander Steig


Unter dem Titel “Darkness loves to hide” inszeniert Philipp Messner
für den Kunstraum München erstmalig eine Auswahl seiner Magnetarbeiten
(Objekte und Bilder). Der Bildhauer sucht und nutzt die unterschiedlichsten
Werkstoffe, um seine Fragen aber auch Feststellungen zu Themen wie dem
Wandel des Individualitätsbegriffs zu Beginn des digitalen Zeitalters (Stichwort:
Kontrolle), der menschengemachten Veränderung seiner Umwelt (Stichwort:
Anthropozän) oder der Brüchigkeit politischer Systeme (Stichwort: Populismus)
eine adäquate, meist abstrakte Form zu geben. Diese Form kann transitorisch und
fluid sein, wie seine Arbeiten mit künstlichem und koloriertem Schnee zeigen,
sie kann in feste Strukturen eindringen, wie seine Einfärbungsproben von Gips
und Marmor erkennen lassen oder sie kann monochrom-morphologisch die Gestalt
vertrauter Gegenstände überziehen, wie seine Werkgruppe der Magnetarbeiten seit
2008 verdeutlicht. Diese letzte Gruppe umfasst verschiedene Fundobjekte wie
Äste, Steine, Kisten, Lampen, Papier usw., die mit einem magnetisierten Material
umhüllt oder partiell bedeckt werden und auf die Eisenpulver aufgebracht wird.
Durch die magnetische Kraft wird der Eisenstaub an das Trägerobjekt gebunden,
wobei die Anordnung und Ausrichtung der Späne das Kraftfeld vornimmt.

Das Phänomen des Magnetismus selbst, der Effekt unsichtbarer
Kräfte, wird von Messner genutzt, ohne den Reiz dieser Wirkweise zu
strapazieren. So changieren die Skulpturen im Bereich des Ungefähren und werden
zu etwas Neuem: Der mit Eisenpulver überzogene Holzscheit wird in einen dritten
Zustand überführt und öffnet sich dadurch ganz unterschiedlichen Lesarten von
Natur und Technik, vereint er doch materiell beides, ergänzt um die Handlung
des Produzenten Messner, die dort endet, wo das Material seiner physikalischen
Bestimmung folgt.

Zur Ausstellung erscheint eine Edition.


PODCAST Kunst & Radio
10.01. – 10.02.2019

Eröffnung:
09.01.2019, 19 Uhr

Mathias R. Zausinger
Manuela Unverdorben
Annemarie Thiede
Valerie Tevere
Hemant Sreekumar
Sasker Scheerder
Tom Roe
Angel Nevarez
Lorenz Mayr
Mareike Maage
Tetsuo Kogawa
Galen Joseph-Hunter
free103point9
u.a.

Performance: Hemant Sreekumar (Bangalore)
Mittwoch, 16.01., 19 Uhr

Talk: Diana McCarty (reboot_fm, Berlin)
Mittwoch, 23.01., 19 Uhr

Listening Circle
Mittwoch, 06.02., 19 Uhr

kuratiert von
Ralf Homann